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Erläuterung

Was ein Tag an Magnesium und Eisen kostet

Diese Zusammenstellung geht drei Größen durch: den Bestand beider Mineralstoffe im erwachsenen Körper, den Anteil davon, der täglich ersetzt wird, und die drei Sätze, die die Europäische Kommission dazu freigegeben hat.


Zwei Bestandszahlen und was sie nicht verraten

Ein erwachsener Mensch führt etwa 24 Gramm Magnesium und drei bis fünf Gramm Eisen. Beide Zahlen sind Schätzwerte aus Analysen ganzer Körper und aus Isotopenversuchen; sie schwanken mit Körpergröße, Muskelanteil und Geschlecht. Aussagekräftiger als die Summe ist die Frage, wo dieser Bestand liegt — denn davon hängt ab, wieviel davon überhaupt kurzfristig bewegt werden kann.

Magnesium liegt größtenteils gebunden vor

Der Knochen hält den größten Anteil, teils fest im Mineralgitter, teils lockerer an dessen Oberfläche. Die Muskulatur folgt mit gut einem Viertel. Im Blut zirkuliert weniger als ein Prozent des Gesamtbestands, und selbst dieser kleine Rest teilt sich in drei Fraktionen: freie Ionen, an Eiweiß gebundenes und mit Säuren komplexiertes Magnesium. Ein Serumwert bildet also einen sehr schmalen Ausschnitt ab.

Beim Eisen ist fast alles im Umlauf

Anders als beim Magnesium steckt der Hauptteil des Eisens nicht in einem Gerüst, sondern in Zellen, die ständig ersetzt werden. Rund zwei Drittel sitzen im Blutfarbstoff der Erythrozyten, ein weiterer Teil im Muskelfarbstoff und in Speicherproteinen der Leber. Abgebaute rote Blutzellen geben ihr Eisen an Fresszellen ab, die es erneut in den Kreislauf einspeisen. Deshalb liegt die Menge, die täglich durch den Organismus geht, um ein Vielfaches über dem, was aus der Nahrung nachkommt.

Verteilung des Körperbestands, gerundete Anteile aus physiologischen Standardwerken
Ort im KörperMagnesiumEisen
Knochengeweberund 60 %
Skelettmuskulaturrund 25 %etwa 5 % (Muskelfarbstoff)
Weiche Gewebe und Organeetwa 14 %etwa 1 % (Enzyme)
Rote Blutzellen60–70 %
Speicherproteine (Leber, Milz, Knochenmark)20–30 %
Blutplasmaunter 1 %unter 1 %

Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf den Gesamtbestand des betreffenden Elements, nicht aufeinander.


Der tägliche Ersatz entsteht aus Verlusten, nicht aus Verbrauch

Weder Magnesium noch Eisen wird im Stoffwechsel aufgebraucht. Ein Ion, das seine Aufgabe an einem Enzym erfüllt hat, steht danach wieder zur Verfügung. Nachgeliefert werden muss deshalb nur, was den Organismus tatsächlich verlässt — und das sind bei beiden Elementen erstaunlich kleine Mengen, gemessen an dem, was auf einer Packung als Tagesbezug steht.

Harn, Schweiß und abgeschilferte Zellen

Magnesium verlässt den Körper vor allem über die Niere. Sie filtert das Ion zunächst aus, holt aber den weitaus größten Teil in einem eigenen Abschnitt des Nierenkanälchens wieder zurück; nur der Rest erscheint im Harn. Kommt aus der Nahrung wenig, fällt diese Rückholung höher aus. Beim Eisen fehlt ein solcher Ausscheidungsweg fast gänzlich: Verloren geht es im Wesentlichen mit abgeschilferten Zellen der Darmwand und der Haut, in kleinen Mengen über Schweiß und Galle, zusammen etwa ein Milligramm am Tag.

Zwei Zufuhrwerte für dasselbe Element

Bei Eisen nennen die Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum getrennte Werte für Frauen vor und nach den Wechseljahren, weil die monatliche Blutung einen zusätzlichen Posten in der Bilanz darstellt. Auf Verpackungen erscheint diese Aufteilung nicht: Die Kennzeichnung rechnet europaweit mit einem einzigen Bezugswert je Nährstoff, damit die Prozentangaben vergleichbar bleiben. Diese Zahl ist eine Rechengröße für das Etikett und kein persönliches Tagesziel.

Bezugs- und Zufuhrwerte je Tag, gerundet
GrößeMagnesiumEisen
Nährstoffbezugswert der EU-Kennzeichnung375 mg14 mg
Referenzwert Erwachsene, männlich350–400 mg10 mg
Referenzwert Erwachsene, weiblich300–310 mg15 mg bis zur Menopause, danach 10 mg
Geschätzter täglicher Verlustrund 100 mg über den Harnrund 1 mg
Anteil, der die Darmwand passiertetwa 30–50 %etwa 5–25 %, je nach Bindungsform

Die Referenzwerte folgen den Empfehlungen deutschsprachiger Fachgesellschaften; der Bezugswert der Kennzeichnung stammt aus dem EU-Recht und weicht davon ab.


Was gängige Portionen an beiden Mineralstoffen liefern

Die folgende Aufstellung nennt beide Elemente nebeneinander, weil sich die Rangfolge unterscheidet: Ein Lebensmittel, das viel von dem einen führt, muss beim anderen nicht vorn liegen. Alle Angaben beziehen sich auf 100 Gramm essbaren Anteil im rohen oder handelsüblichen Zustand.

Gehalte je 100 Gramm, gerundete Werte aus veröffentlichten Nährwerttabellen
LebensmittelMagnesiumEisen
Kürbiskerne530 mg12,5 mg
Weizenkleie490 mg16,0 mg
Sonnenblumenkerne420 mg6,3 mg
Mandeln270 mg4,1 mg
Linsen, getrocknet130 mg8,0 mg
Haferflocken130 mg5,8 mg
Vollkornbrot60 mg2,0 mg
Spinat, gegart55 mg2,2 mg
Schweineleber20 mg18,0 mg
Rindfleisch, mager22 mg2,1 mg
Banane36 mg0,4 mg

Tabellenwerte beschreiben eine Größenordnung. Für ein einzelnes Erzeugnis gilt die Angabe auf dessen Verpackung.

Ascorbinsäure hebt die Quote, Phytat senkt sie

Wieviel von der Menge auf dem Teller im Blut ankommt, hängt beim Eisen stark von der Begleitung ab. Vitamin C und organische Säuren aus Obst und Gemüse halten das Element in der besser löslichen Form und erhöhen den aufgenommenen Anteil deutlich. Phytat aus Getreideschalen und Hülsenfrüchten sowie Gerbstoffe aus Tee und Kaffee binden es dagegen im Darm. Beim Magnesium fällt die Streuung geringer aus; auch hier senkt Phytat die Quote, während eine niedrige Zufuhr die prozentuale Aufnahme steigen lässt.

Garverfahren verändern die Tabellenwerte

Beide Elemente sind hitzestabil, gehen aber ins Kochwasser über. Bei länger gegartem Gemüse, dessen Wasser weggeschüttet wird, können so nennenswerte Anteile verlorengehen; Dämpfen oder das Mitverwenden der Flüssigkeit vermeidet das größtenteils. Bei Getreide wirkt sich vor allem der Ausmahlungsgrad aus, denn beide Mineralstoffe sitzen in den Randschichten des Korns. Einweichen, Keimen und Sauerteigführung bauen einen Teil des Phytats ab und erhöhen dadurch den verwertbaren Anteil, ohne den Tabellenwert selbst zu verändern.


Der Ort, an dem beide Einträge zusammentreffen

Magnesium und Eisen tauchen im EU-Register mit demselben Wortlaut zum Energiestoffwechsel auf, arbeiten dabei aber an verschiedenen Stellen desselben Vorgangs. Das eine Element gehört zu den Metallzentren, über die Elektronen wandern; das andere macht das Energieträgermolekül überhaupt erst handhabbar für Enzyme.

Eisenzentren an drei der vier Komplexe

Die Atmungskette besteht aus vier großen Eiweißkomplexen in der inneren Mitochondrienmembran. Drei davon tragen eisenhaltige Bausteine: teils Hämgruppen mit einem zentralen Eisenatom, teils Verbände aus Eisen- und Schwefelatomen, die zwischen den Aminosäureketten eingespannt sind. Ihre Aufgabe besteht darin, ein Elektron aufzunehmen und wieder abzugeben; das Atom wechselt dabei zwischen zwei Ladungszuständen und liegt danach wieder im Ausgangszustand vor. Der erste Komplex allein enthält acht solcher Verbände in Reihe.

„Eisen trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Das abgeschirmte Nukleotid

Am Ende der Kette steht ein Eiweiß, das aus Adenosindiphosphat und freiem Phosphat wieder ATP zusammensetzt. Dieses Molekül trägt drei negativ geladene Phosphatgruppen, die einander abstoßen; in der Zelle liegt es deshalb praktisch immer im Verbund mit einem Magnesium-Ion vor, das sich zwischen zwei der Gruppen legt. Enzyme, die Phosphat übertragen — und das sind Hunderte —, erkennen diesen Verbund, nicht das freie Nukleotid. Damit steht Magnesium an praktisch jedem Schritt, an dem Energie weitergereicht wird.

„Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Ein eigener Eintrag für die Muskulatur

Neben dem Energiestoffwechsel führt die Unionsliste für Magnesium einen zweiten, davon unabhängig geprüften Satz. Er bezieht sich auf das Muskelgewebe, in dem gut ein Viertel des Körperbestands liegt. Beim Anspannen einer Faser gleiten zwei Filamentsysteme ineinander, beim Lösen wird Calcium in einen inneren Speicher zurückgepumpt — und diese Pumpe arbeitet mit demselben Magnesium-Nukleotid-Verbund wie die Enzyme des Stoffwechsels. Für Eisen besteht keine entsprechende Angabe zur Muskulatur; der Eintrag gilt allein für Magnesium.

„Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Der geprüfte Text zu Magnesium und Eisen

Diese drei Sätze sind Zeichen für Zeichen so wiedergegeben, wie die Verordnung sie führt. Jeder von ihnen wurde einzeln geprüft, gehört zu genau einem Element und darf nur verwendet werden, wenn ein Erzeugnis die vorgeschriebene Mindestmenge davon enthält. Zusammenziehen, kürzen oder umformulieren lässt sich keiner davon.

  1. „Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“ Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
  2. „Eisen trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“ Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
  3. „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“ Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Kurze Antworten zu Magnesium und Eisen

Wie viel ATP setzt ein erwachsener Körper an einem Tag um?

Die in Lehrbüchern genannten Schätzungen liegen bei einem ruhig verbrachten Tag in der Größenordnung des eigenen Körpergewichts, bei körperlicher Arbeit erheblich darüber. Diese Zahl beschreibt keinen Bestand, sondern einen Umsatz: Dasselbe Molekül wird viele tausend Mal am Tag gespalten und wieder zusammengesetzt. Gleichzeitig vorhanden sind nur wenige Dutzend Gramm.

Gehen beim Einfrieren von Gemüse Mineralstoffe verloren?

Die Elemente selbst bleiben erhalten — sie zerfallen nicht und verflüchtigen sich nicht. Verluste entstehen erst dort, wo Flüssigkeit abgegeben und weggeschüttet wird: beim kurzen Blanchieren vor dem Einfrieren und beim Auftauwasser. Wer dieses Wasser mitverwendet, etwa in einer Suppe oder Soße, hat den größten Teil davon wieder auf dem Teller.

Welche Einheit steht in den Tabellen: Milligramm oder Millimol?

Auf Verpackungen und in Nährwerttabellen wird die Masse angegeben, also Milligramm. Laborbefunde nennen Magnesium dagegen häufig in Millimol je Liter, weil dort die Teilchenzahl interessiert. Beide Einheiten lassen sich umrechnen, meinen aber nicht dasselbe. In dieser Erläuterung stehen durchgehend Massenangaben in Milligramm.

Beantworten Sie Fragen zu einzelnen Präparaten aus dem Handel?

Nein. Wir vergleichen keine Erzeugnisse, sprechen keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt aus und beurteilen keine Zusammensetzung. Was auf einer Packung steht, verantwortet der Hersteller; ob ein Erzeugnis für Sie in Frage kommt, besprechen Sie mit einer ärztlichen Praxis oder in einer Apotheke. Fragen zu unseren eigenen Texten und Zahlen beantworten wir dagegen gern.


Vom Auszug zur vollständigen Fassung

Diese Seite zeigt vier von neun Kapiteln. Die übrigen führen die Gehaltstabelle auf rund achtzig Lebensmittel weiter, rechnen mehrere Tagespläne durch, stellen die Zufuhrwerte verschiedener Fachgesellschaften gegenüber und nennen zu jedem Abschnitt die Veröffentlichung, aus der die Angaben stammen.

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